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Die Hofstory

08.10.2022

Spezialisierung und Intensivierung

Jan Marten Scheel und Toni Evers

Sein Holz. Sein Mut. Sein Unternehmen. Wenn Du der Norla einen Besuch abgestattet hast, hast du sie vermutlich gehört und gesehen. Zwei junge, charmante und motivierte Männer mit guter Laune und einer ganz besonderen Pflanzenschutzspritze im Gepäck: Jan Marten Scheel und Toni Evers. Jan Marten Scheel ist gerade einmal 24 Jahre alt und leitet seit nunmehr zwei Jahren sein eigenes landwirtschaftliches Lohnunternehmen in Sarlhusen im Kreis Steinburg. Noch während der Zeit an der HöLa übernahm er den Betrieb seines Vaters. Doch das Lohnunternehmen Scheel ist nicht nur wegen des jungen Chefs besonders. Auch wenn es in Sarlhusen rund 14 Maishäcksler gibt, sucht man einen Häcksler hier auf dem Hof verzweifelt. Es sind eher speziellere und innovative Geräte zu finden.
Speziell, innovativ und mutig sind wohl auch die Worte, die die Firma Scheel am besten beschreiben.

Wir haben Jan Marten und seinen Mitarbeiter Toni in Sarlhusen besucht und gefragt, was sie antreibt, wie sie sich motivieren und vor welchen Herausforderungen sie in der Landwirtschaft und vielleicht auch als junge Unternehmer stehen.

Nachdem feststand, dass er das Lohnunternehmen seines Vaters eines Tages zu übernehmen wird, war für Jan Marten klar: „Ich muss eine Ausbildung zum Landwirten machen, um die Kunden zu verstehen und mit ihnen auf einer Ebene zu sein“. Diese Einstellung kommt dem jungen Unternehmer bis heute zu Gute.

Generationswechsel mit Vollgas. Nach der Übernahme des Betriebs veränderte Jan Marten so einiges und trennte sich zunächst von unterschiedlichen Betriebszweigen. Bodenproben und GPS-Vermessung mit dem Quad gehören seitdem der Vergangenheit an. Auch von dem Futtermischen als Dienstleister verabschiedete sich der junge Unternehmer schnell. Was geblieben ist und intensiviert wurde ist das Holzgeschäft. Viel Marketing und ein moderner Auftritt sorgen seitdem für eine steigende Auftragslage. „Auch wenn ich das mit dem Holzgeschäft nie gelernt habe, ich habe da einfach total Bock drauf – mir macht das einfach Spaß“.

Schnell wurde aber auch deutlich: Alleine und nur mit Hilfe von 450 €-Kräften ist die Arbeit nicht mehr zu meistern. „Wenn du von morgens um 5:00 Uhr bis abends 21:00 Uhr arbeitest und dann nochmal „kurz“ zwei bis drei Stunden ins Büro musst, schaffst du auch nichts. Du erreichst keinen Steuerberater und keinen Vertreter.“  So entschied Jan Marten sich vor rund einem halben Jahr seinen ersten festen Angestellten einzustellen. Den 25-jährigen Toni Evers.

Gutes Team und Spaß bei der Arbeit. Bei dem Besuch der beiden haben wir sofort gemerkt: die beiden gelernten Landwirte verstehen sich richtig gut und agieren auf Augenhöhe. In letzter Konsequenz entscheidet Jan Marten zwar die Dinge, jedoch wird Toni in die meisten Entscheidungen mit einbezogen.
„Wenn du etwas im Büro zu erledigen hast und draußen nicht das Geld verdienen kannst, musst du einen guten Mitarbeiter haben, der das tut.“   

Das Kerngeschäft ist und bleibt der Pflanzenschutz. „Wir betreuen aktuell knapp 4.500 Hektar im Umkreis von 30km und sind in diesem Jahr mit vier Spritzen unterwegs.“ Gleichzeitig übernimmt Scheel die gesamte Bonitur für die Landwirte und Landwirtinnen mit. So fahren Jan Marten und sein Vater zu den Flächen der Kunden und Kundinnen und entscheiden anschließend welches Spritzmittel sie nutzen. Da der Pflanzenschutz nur richtig angepasst werden kann, wenn auch die Düngung stimmt, geht es oft soweit, dass die gesamte Düngeplanung von den beiden übernommen wird.

Niemand weiß was in 10 Jahren ist. Ob wir in 10 Jahren noch konventionellen Pflanzenschutz betreiben können ist fraglich. Das ist neben dem Spaß am Holzgeschäft ein weiterer Grund für den Ausbau und die Investition in die Forstwirtschaft. „Wenn es so kommt, dass wir nicht mehr spritzen dürfen, habe ich noch das zweite Standbein.“ Doch erst einmal investierte Jan Marten in zwei neue Spritzen. Eine davon ist mit der neusten Technik ausgestattet und auch das erste Gerät dieser Art in Norddeutschland – eine kameragesteuerte Spritze für Grünland. Vielleicht die Technik, die sich später einmal rechtlich durchsetzen kann?

Der Hintergedanke beim Kauf dieser Spritze war recht simpel: Warum nicht Pflanzenschutzmittel einsparen, ein besseres Arbeitsergebnis erzielen und gleichzeitig das Portmonee und die die Kulturpflanzen der Landwirte und Landwirtinnen schonen. „Jede Herbizidbehandlung ist Stress für die Kultur – Stress für die Pflanze. Das vermeiden wir in Teilen, weil wir punktuell applizieren können. Außerdem haben wir ein besseres Arbeitsergebnis, da wir mit dieser Spritze ein intensiveres Mittel ausbringen können. Das ist wirklich eine coole Technik. Wir sparen an die 90-95 % an Pflanzenschutzmitteln ein. Man muss aber auch sagen, dass da noch Potenzial und Luft nach oben ist. Wir treffen zwar rund 90 % der Pflanzen, aber eben nicht jede Pflanze.“ Jan Marten war von Anfang an überzeugt von der Technik und auch seine Kunden und Kundinnen sind begeistert. Die Nachfrage ist extrem hoch. Der Plan war es zunächst dieses Jahr 350 Hektar mit der neuen Spritze zu überfahren, nun sind es schon 520 Hektar geworden. Zu den Kunden und Kundinnen zählen vor allem viele junge Betriebsnachfolger und Nachfolgerinnen, die darauf aus sind Protein aus dem Grundfutter rauszukriegen und/oder viele die Klee in ihrem Grünland haben. „Wir können mit unserer Spritze tatsächlich sagen: der Klee bleibt stehen und der Ampfer geht raus.“  

Herausforderung zwischen Beständigkeit und Veränderung. Als Jan Marten vor zwei Jahren das landwirtschaftliche Lohnunternehmen seines Vaters übernahm hatte der damals 22-jährige großen Respekt davor nicht immer ernstgenommen zu werden. Doch mit steigender Erfahrung verschwand dieser im Laufe der Zeit. „Das Rumfahren, das Bonitieren und die Gespräche mit den Kunden und Kundinnen als gelernter Landwirt schaffen eine ganz andere Vertrauensebene. Meine Mentalität ist es außerdem den Aufwand immer „low cost“ zu halten, das schätzen die Kunden und Kundinnen sehr. Heute stellt mich kaum noch jemand dar, als hätte ich keine Ahnung.“

Mit Improvisation und Motivation. Ihre Motivation für den Job nehmen Toni und Jan Marten vor allem aus der Abwechslung, die ihr Alltag oft mit sich bringt. So sagt Jan Marten zum Beispiel: „Auch wenn es nur ein paar Maschinen sind die wir haben, es ist irgendwie doch immer dieses Improvisieren und das ist das, was ich an diesem Job so sehr liebe. Du machst dir abends einen Plan und denkst dir was aus. Dann bekommst du morgens nach zwei Stunden einen Anruf und musst alles über den Haufen werfen, weil hier ein Schlauch geplatzt ist oder sich jemand festgefahren hat. Wir sind in der Werkstatt richtig gut ausgestattet. Ich bin glaube ich für fast alles gewappnet.“
Für Toni ist es ähnlich: „Du triffst immer andere Leute. Das ist schon sehr abwechslungsreich. Du stehst morgens auf und weißt nicht was passiert. Es ist nicht wie am Fließband, so dass du jeden Tag von 8-16 Uhr vier Motoren zusammenschraubst. Ich glaube den Beruf muss man irgendwie auch lieben. Man kann nicht sagen: So ich bin jetzt Landwirt! Das muss irgendwie in den Genen stecken!“

Seine Ideen und Pläne für die Zukunft:
„Ich möchte schon speziell bleiben und speziell ist das was wir machen ja schon irgendwie.“ Eine mögliche Idee für die Zukunft ist es Landwirten und Landwirtinnen die Möglichkeit zu bieten die komplette Düngung und Pflege der Flächen zu übernehmen und bei der Dokumentation zu unterstützen. Vielleicht wird das Portfolio der Firma Scheel zukünftig um den Bereich der Düngung erweitert.

Und noch einen weiteren Plan hat Jan Marten für die Zukunft: „Ich träume seit zehn Jahren davon, dass wir irgendwann eine kleine Monopolstellung in der Holzverarbeitung und Schleswig-Holstein haben, vielleicht ist das ja in 20 Jahren soweit“
Wachstum ja – aber ein gesundes Wachstum. „Ich habe jetzt natürlich echt ordentlich investiert, also den Betrieb innerhalb der letzten zwei Jahre so gut wie verdoppelt. Jetzt fehlt es so ein bisschen an Leuten und Schleppern natürlich auch. Deswegen sind wir aktuell auch auf der Suche nach neuen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.“

Wenn du also noch einen Job oder Ausbildungsplatz in einem jungen, dynamischen Lohnunternehmen suchst bist du bei Jan Marten und Toni genau richtig! P.S. Manchmal musst du dir allerdings auch abends die Sägespäne aus den Schuhen klopfen.

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