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Die Hofstory

07.11.2022

Holstein-Wagyu

Holstein-Wagyu

Familien-Tradition. Nischenprodukt. Wagyuzucht Fynn Marquardt ist 30 Jahre jung, frischgebackener Papa, Jäger, Landwirt und Zuchtberater für eine Rasse, die eine Nische füllt – Wagyu Rinder.
Auch unser Gast der Hofstory im November hat den Kontakt zum Maschinenring über die QS-Zertifizierung gefunden.

Seit 1955 betreibt die Familie Marquardt zwischen Kiel und Neumünster Landwirtschaft. Nachdem Fynns Großeltern die Landwirtschaft jedoch zu Beginn der 90er Jahre lediglich für den Eigenbedarf betrieben, entschied sich Fynns Onkel Rüdiger Marquardt im Jahr 2007 die Landwirtschaft wieder zu intensivieren. Doch welche Betriebszweige der Betrieb in Holstein anstrebte war zunächst unklar. Bei einem Blick auf die Historie der Familie wurde jedoch schnell klar: „Kühe liegen uns“. Da der Standort nicht optimal für eine intensive Milchviehwirtschaft war und ist, entschieden sich die Marquardts für den Aufbau eines Rinderzuchtbetriebes.  Wie der Zufall es wollte lernte ein Mitglied der Familie während seiner Ausbildung zum Koch das Fleisch der Rasse Wagyu kennen und so zogen die Wagyu-Rinder auf dem Betrieb in Holstein ein. Um genauer zu sein: Zwei Färsen zogen in den Pferdestall. Schnell wuchs die Anzahl der Tiere mit Hilfe von Embryotransfer, so dass der Platz im Pferdestall nicht mehr ausreichte und im Jahr 2010 der erste Stall für die Rinder gebaut wurde.
Fynn führt nun seit 2016 gemeinsam mit seiner Frau Marisa die Leidenschaft der Familie in der siebten Generation fort. Mittlerweile gehören zu dem Betrieb 230 Hektar Land. Davon sind ein Großteil der Flächen Grünlandflächen. Außerdem wird auf rund 45 Hektar Ackerbau betrieben, mit einer kleinen Menge Mais für die eigene Futtergewinnung. Ein kleiner Teil ist Forst und Naturschutzgebiet.

Wir haben Fynn besucht und gefragt was das Besondere an dem Betrieb Holstein-Wagyu ist, welche Aufgaben ihn täglich begleiten und welche Ideen und Pläne er für die Zukunft hat.

Von der Apotheke in den Stall. Für den 30-jährigen stand nicht schon immer fest, dass er einmal Landwirt werden möchte. Nach der Realschule begann er zunächst eine schulische Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten. Nach abgeschlossener Ausbildung war für Fynn klar, dass er erst einmal die Welt sehen muss. So entschied er sich knapp drei Jahre im Tourismus in Ägypten, Spanien und auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten. Anschließend begann er dann sein Studium im Bereich Sportmanagement in Iserlohn. Während der gesamten Zeit half der damals 21-Jährige immer mal wieder auf dem Rindermastbetrieb der Familie und fuhr mit auf unterschiedliche Messen, um das damals noch wenig bekannte Fleisch der Rasse Wagyu zu präsentieren. Doch mit der Landwirtschaft liebäugelte er eigentlich nicht – bis sein Onkel Rüdiger Marquardt ihm anbot, den Betrieb zu übernehmen. Während des Studiums lernte Fynn seine Frau Marisa kennen und lieben und wie der Zufall es wollte stammt die gelernte Tierarzthelferin aus der Nähe von Itzehoe. Für das junge Paar war also schnell klar: Wir können uns vorstellen den Betrieb gemeinsam zu leiten. Nachdem die beiden in den Betrieb einstiegen war es für Fynn zunächst schwierig alltägliche Dinge ohne landwirtschaftliche Erfahrung abzuwickeln. Also entschieden sich die beiden für die landwirtschaftliche Ausbildung. „Wenn mich heut einer fragt was ich bin, dann sage ich immer ich bin Land- und Betriebswirt.“ Fynns Kerngeschäft läuft im Büro, Marisas draußen. Sie ist mittlerweile Eigenbestandsbesamerin und für alles rund um das Wohl der Tiere verantwortlich.

Der Kunde ist König. Das Kerngeschäft des Betriebes liegt jedoch nicht in der Vermarktung des Fleischs, sondern in der Zucht und der Vermarktung der Genetik: „Wir produzieren im großem Stil Embryonen. Dafür haben wir eine eigene Embryonentransferstation. So sind wir hier in der Lage im Jahr bis zu 1500 reinrassige Wagyu Embryonen zu erzeugen und sie mit allen Papieren auszustatten und dann in die Welt zu transportieren (…) das ist so unser tägliches Brot“. Die Embryonen werden in der Regel international verschickt, im Inland sind es hingegen eher die Tiere, die vermarktet werden. Ein weiterer Weg die Genetik der Holstein-Wagyus zu vertreiben ist der „Verleih“ von Deckbullen. „Es kam mal der Punkt, da hat jemand gefragt, ob er nicht auch ein Tier ausleihen kann. Dann habe ich mich da näher mit beschäftigt und mittlerweile haben wir sieben Deckbullen, die wir mit im Verleih haben. So bieten wir alles an was ein Kundenbetrieb sich wünschen könnte, von dem Verkauf von Tieren über die Genetik, der Belegung von Kundentieren bis hin zu dem Verleih von Deckbullen. Wir versuchen alles möglich zu machen. Meinen Job sehe ich darin, dass ich schaue was zu dem jeweiligen Betrieb passt und gebe aufgrund dessen eine Empfehlung. Mir ist immer dran gelegen, dass wir das Bestmögliche für den jeweiligen Betrieb finden.“

Nachhaltigkeit, Tierwohl und ein geschlossener Kreislauf.  Auch für den eigenen landwirtschaftlichen Betrieb wird stets nach dem Bestmöglichen und Optimierungsmöglichkeiten gesucht. Da die Tiere in den Wintermonaten komplett auf Stroh stehen wird eine große Menge Stroh und auch Silage benötigt. Viel Silage bedeuteten allerdings auch eine Menge Folie, die im Jahr auf dem Betrieb verbraucht wird. Für Fynn ist das nicht mehr im Sinne des Umweltschutzes gewesen und steigende Tierzahlen erlaubten es im letzten Jahr in eine Fahrsiloanlage zu investieren. So war es jetzt schon die zweite Grasernte, bei der keine Ballen mehr gepresst wurden. Das Wohl der Tiere liegt Familie Marquardt aus vielen Gründen am Herzen: „Den Tieren muss es gut gehen, sie müssen ein gutes Umfeld und eine gute Betreuung haben. Dann haben alle Bereiche einen Nutzen daraus. Mit der Genetik können wir reinrassige Tiere erzeugen, ohne dass wir große Tiertransporte haben. Wir fahren nicht hunderte Tiere durch ganz Europa, sondern verschicken Embryonen im Stickstofftank.“   
Wie jeden Gast unserer Hofstory haben wir natürlich auch Fynn gefragt was er seinen Berufskollegen und Kolleginnen mit auf den Weg geben würde und welche Ideen und Pläne er für die Zukunft hat. „Landwirtschaft ist vielfältig, ob es die Viehhaltung, der Acker- oder Obstbau ist und das macht ja auch die Freude an der Landwirtschaft. Da braucht es Freude, Passion und Liebe und Stunden darfst du nebenbei auch nicht wirklich zählen. (…) Wenn das nicht deins ist, dann ist es schwierig. Wir haben unsere Leidenschaft in der Aufzucht von Wagyu Rindern und in der Zucht von Wagyu Rindern insgesamt gefunden. Das macht uns Freude – das macht uns Spaß und so haben wir den Betrieb darauf ausgelegt.“

In der Zucht findet Fynn es wichtig, dass ein Ziel verfolgt wird und eine Philosophie für die Herde abgebildet  oder bestimmt wird. “Man muss natürlich den Blick offenhalten und sich verschiedene Szenarien anschauen, aber man sollte ein Zuchtziel anstreben. Zucht ist auch eine Generationensache, die man das langfristig betreibt. Dabei sollte man trotzdem auch offen für neue Sachen sein. Wie z.B. neue Produkte, die man erzeugen könnte, die helfen den Betrieb wirtschaftlich zu betreiben oder in der Rinderzucht selbst: neue Techniken, neue Genetik. (…) Das ist glaube ich das Wichtigste. Viele Landwirte beharren oft auf dem was sie haben bzw. kennen und sind neuen Sachen gegenüber eher skeptisch. Das muss man sich glaube ich auch selber immer wieder sagen, also dass man mal rechts und links guckt und nicht stumpf in eine Richtung produziert. Einfach offen sein und mit der Zeit gehen – nicht immer alles grundlegend verändern, aber auch nicht stur sein.“

Seine Ideen und Pläne für die Zukunft. „Wir haben uns jetzt vor kurzem damit beschäftigt wo wir den ganzen Mist lassen können. Die Jahre zuvor haben wir ihn an Ackerbaubetriebe oder an Biogasanalgen abgegeben. Aber das war uns nicht „sexy“ genug. Du hast ja immer diesen Kreislauf unterbrochen. Es war aber auch klar, dass wir den gesamten Mist nicht auf unserem Ackerland ausbringen, so viel Ackerland haben wir ja nicht. Also haben wir uns damit beschäftigt, wie wir den Mist auf dem Grünland ausbringen können und haben uns dann mit dem Thema Kompostierung beschäftigt (…) Wir sind in der Lage aus dem Mist innerhalb von sechs Wochen fertigen Kompost zu erzeugen. Den wir dann ohne Probleme auf dem Grünland verteilen können.“ Doch das ist nicht die einzige Idee, die Fynn und sein Team zum Thema Kompostierung haben. Die Idee ist es den Kompost, den der Betrieb jetzt schon erzeugt weiter zu veredeln und so daraus Aktiverde zu schaffen. Diese wird dann an Gartencenter und Baumärkte verkauft.

Für Fynn gilt: „Wir wollen uns weiterentwickeln. Schauen, was kann man neben dem Bestehenden machen kann. Was ist umsetzbar und was passt zum Betrieb. Produkte und Ideen finden, die ins Konzept passen und zukünftig weitere Einnahmen generieren bzw. das Fortbestehen des Betriebes sichern – Das ist das Ziel!"

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